Niko

Niko hat kein Mitleid mit den KlientInnen des Tageszentrums Jedmayer. Er hat Mitgefühl. Das zu unterscheiden ist wichtig, sagt er. Es hilft nicht, wenn man einen Menschen anschaut und bemitleidend sagt: “Mein Gott, so arm!” Als SozialarbeiterIn muss man sich klar sein, dass man oft vielen traurigen Schicksalen begegnet. Dafür braucht es vor allem Expertise und professionelle Empathie / Mitgefühl.

Die Klient*innen im Tageszentrum haben viele verschiedene Hintergründe und Herkünfte – quasi ein Querschnitt der Gesellschaft. Und so unterschiedlich und multiprofessionell sind auch Nikos Kolleg*innen. Er selbst ist Mitte 30 und ist bereits verschiedensten Tätigkeiten nachgegangen, im Kreativ- im Sportbereich, in der Privatwirtschaft und schlussendlich der Sozialen Arbeit, in der er besonders aufgeht. Wichtig ist ihm in seinem Job als Sozialarbeiter die Supervision, denn schließlich haben er und seine Kolleg*innen im Rahmen ihrer Tätigkeit viel mit belastenden Themen zu tun, wie sexueller bzw. physischer und psychischer Gewalt, mit Krankheit und Tod.

“Wenn man sich die Schicksale der Menschen, die zu uns kommen, anschaut, dann wundert man sich, dass die es schaffen in der Früh aufzustehen. Hut ab, dass Menschen nach der vielen Gewalt, die sie von Kindheit an erlebt haben, nicht einfach aufgeben” sagt Niko.