Selbstbewusst Hilfe suchen

Herr K.* wohnt in einer eigenen Gemeindewohnung und hat zwei Kinder. Er war nach einer Entzugsbehandlung ein Jahr „clean“ – und wurde aufgrund psychischer Belastungen und finanzieller Schwierigkeiten wieder rückfällig. Hr. K. schämte sich dafür und brauchte deshalb längere Zeit, um bei uns Hilfe zu suchen. Lange wollte er daran festhalten seine Probleme alleine  zu lösen und  nicht auf fremde Unterstützung angewiesen zu  sein.

Nach einer längeren Phase, in der er sich auf dem Schwarzmarkt „versorgte“, schaffte er dann doch den Weg in unsere Ambulanz. Er begann eine Substitutionsbehandlung, um sich medizinisch zu stabilisieren. Zu Beginn versäumte Herr K. oft seine Termine oder brach die Behandlung ganz ab. Im Lauf der Zeit stellte sich heraus, dass er  auch an einer schweren Depression leidet und es deshalb oft nicht außer Haus schaffte. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits massive Mietrückstände und Schulden bei Wien Energie, eine Delogierung drohte.

Für die Sozialarbeit hieß es in dieser Phase: geduldig „da“ sein, Kontakt aufnehmen, ein Gespräch anbieten, motivieren, Vertrauen aufbauen. Schlussendlich gelang es, eine tragfähige Betreuungsbeziehung herzustellen und Herrn K. dazu zu bringen Unterstützung anzunehmen. Mit Hilfe der MA40 wurde die Wohnung gesichert.

Damit es zukünftig zu keinen Mietrückständen mehr kommt, wurde ein „Betreutes Konto“ eröffnet. Dieses  Angebot der Schuldnerberatung unterstützt KlientInnen dabei, fixe Zahlungen wie  Miete und Strom fristgerecht einzuzahlen. Gleichzeitig wird die betreuende Person informiert, wenn geplante Kontoeingänge nicht einlangen.

Herr K. ist mittlerweile stabil substituiert und arbeitet seit Kurzem sogar geringfügig im Verkauf. Er hatte das Glück, während seiner krisenhaften Zeit von FreundInnen und Familie unterstützt worden zu sein. Eine Freundin hatte ihn sogar zu wichtigen Terminen begleitet, um sicherzustellen, dass Herr K. auch „ankommt“.

Heute kommt Hr. K. rechtzeitig, sobald Probleme anstehen oder sich Schwierigkeiten abzeichnen. Er hat gelernt Hilfe anzunehmen und gerade dadurch wieder Selbstbewusstsein und Eigenverantwortung zu erlangen.

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*Name geändert, Fall durch leichte Verfremdungen anonymisiert